Logistics & SCM in the Media


Handelsblatt (December 2014): Business Ranking 2014


In the Handelsblatt Business Ranking of 2014, Prof. Minner is listed on position 11 out of more than 2,000 researchers in this area. Compared to the 2012 ranking, this means an improvement by 5 positions.

Moreover, the TUM School of Management is now on the third place amoung all german-speaking business faculties with Prof. Minner being the strongest research professor at our faculty.

In this biannual business ranking, the publications of more than 2,000 researchers in the german-speaking countries published in more than 1,000 journals are evaluated.

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Handelsblatt (Oktober 2012): Betriebswirte im Porträt


Betriebswirte im Porträt: Logistik als Leidenschaft

Der Logistikforscher Stefan Minner zeigt Firmen, wie sie Lagerbestände optimieren und Lieferketten besser miteinander verzahnen können. Dabei schaut der Münchener Professor über die Grenzen seines Fachs hinaus.
Wenn Stefan Minner einkauft, ist er sozusagen im Dienst. Vor allem kurz vor Ladenschluss wird der Supermarkt zum Studienobjekt: Dann schaut sich der Münchener Professor genau an, welche Frischware-Regale schon abgegrast sind - und welche noch viel zu voll. Oder anders gesagt: Ob der Filialleiter seine Sache gut macht. „Die Kunden sollen natürlich noch genug Auswahl haben, aber gleichzeitig will man ja nicht zu viel wegwerfen“, beschreibt der Professor für Logistik- und Lieferketten-Management das Dilemma eines Einkäufers.

Wenn Stefan Minner einkauft, ist er sozusagen im Dienst. Vor allem kurz vor Ladenschluss wird der Supermarkt zum Studienobjekt: Dann schaut sich der Münchener Professor genau an, welche Frischware-Regale schon abgegrast sind - und welche noch viel zu voll. Oder anders gesagt: Ob der Filialleiter seine Sache gut macht. „Die Kunden sollen natürlich noch genug Auswahl haben, aber gleichzeitig will man ja nicht zu viel wegwerfen“, beschreibt der Professor für Logistik- und Lieferketten-Management das Dilemma eines Einkäufers.

So untersucht Minner etwa, wie Firmen die Rücknahme von fehlerhaften Produkten organisieren sollten oder wie Autohersteller ihre Fabriken auch bei starken Nachfrageschwankungen besser auslasten können. Zwar betreibt Minner mit seinen Modellen eher Grundlagenforschung. Doch anders als in der Volkswirtschaft, wo Theoretikern oft Praxisferne vorgeworfen wird, finden seine Ideen schnell den Weg in die Praxis. So bilden die Lösungsalgorithmen der Lieferketten-Forschung das Rückgrat der Computerprogramme, mit denen Konzerne ihre Lager organisieren oder ihre Transportwege planen.

Logistikforschung - das klingt erst einmal wenig aufregend, doch Stefan Minner versteht seine Zuhörer zu begeistern. Denn er erzählt mitreißend, die Geschichten sprudeln nur so aus ihm heraus. Mit geradem Rücken sitzt der groß gewachsene, rotblonde Ostwestfale auf seinem etwas zu kleinen Bürostuhl und malt mit spitzen Fingern imaginäre Schaubilder auf die Tischplatte. Hinter ihm steht eine Tafel, vollgeschrieben mit Formeln. Ansonsten ist sein Büro noch kahl und überall stehen österreichische Umzugskartons herum. Denn bevor Minner in diesem Jahr den Ruf der Technischen Uni München annahm, war er vier Jahre an der Uni Wien, davor ebenso lange in Mannheim.

Eigentlich habe er bei beiden Stationen nicht vorgehabt, so schnell wieder zu gehen, sagt Minner. Doch immer kamen Angebote mit noch besseren Arbeitsbedingungen. Ideen für künftige Forschung hat Minner zuhauf. So plant er, mehr über den Tellerrand seines Fachs hinauszublicken und sich etwa mit den logistischen Fragen der Energiewende zu beschäftigen. „Die Frage, wie sich Strom aus erneuerbaren Energiequellen speichern lässt, wird im Moment vor allem als technologisches Problem diskutiert“, kritisiert Minner. Dabei sei es genauso eine Frage der optimalen Lagerhaltung.

Für Investoren stelle sich schließlich die Frage, wie viel Gewinn möglich sei, wenn man überschüssigen Solar- oder Windstrom aufkaufe und speichere, um ihn bei Engpässen wieder zu verkaufen. „Daran bemisst sich ja, wie viel Geld man in neue Speicher investieren kann“, sagt Minner, oder auch, wie hoch staatliche Subventionen sein müssten.

Aufgezeichnet von Hans Christian Müller (27.09.2012)

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Handelsblatt

 

Forscher im Fokus: Woran arbeiten Sie denn gerade, Herr Minner?

Wir forschen über Bestandsoptimierung. Wir beschäftigen uns also mit der Frage, wie viel Lagerhaltung sinnvoll ist. Typische Anwendungen sind die optimale Disposition von verderblichen Nahrungsmitteln, der Bevorratung von Ersatzteilen sowie die Verteilung von Sicherheitsbeständen in mehrstufigen Produktions- und Distributionssystemen. Erstaunlich ist, welche Einsparpotenziale sich heben lassen, obwohl die grundsätzlichen Optimierungsmethoden seit Jahrzehnten bekannt sind.

Ein Beispiel: So ist es für einen Großbäcker wichtig, der zunehmenden Zahl an Kunden, die noch am späten Nachmittag einkaufen, genügend Brotvielfalt zu bieten. Doch das Unternehmen hat keine Daten darüber, was die Kunden überhaupt kaufen wollen, weil es meistens um diese Uhrzeit nur noch wenige Brote gibt. Wir entwickeln daher integrierte Methoden zur Nachfrageprognose und Bestellmengenplanung. Solche Lösungen sind komplex und die Herausforderung besteht darin, robuste Lösungen anzubieten, die auch bei stetiger Veränderung der Einflussgrößen anpassungsfähig sind.

Ein zweiter Forschungszweig untersucht strategische Fragen globaler Lieferketten. Unternehmen müssen langfristige Entscheidungen, z.B. über den Bau neuer Werke im Ausland treffen, obwohl die zukünftige Entwicklung von Märkten, Produktionskosten und rechtlichen Rahmenbedingungen mit großer Unsicherheit behaftet sind. Wir entwickeln hier Methoden zur Ermittlung robuster Lösungen und zur Bewertung von Flexibilität. Dabei haben wir festgestellt, dass Flexibilität bei den Entscheidungsträgern häufig kritiklos als gut angenommen wird. Unsere Forschungsergebnisse zeigen aber, dass diese Flexibilität unter Berücksichtigung gesellschaftlicher und politischer Aspekte häufig zu relativieren ist.

Aufgezeichnet von Anja Müller (10.12.2009)

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